Barbarazweige

Hoffnung bringende Boten

 

Ein sehr altes Orakel stellt das Einstellen der Barbarazweige dar. Barbarazweige wurden früher auch als Barbarabäume bezeichnet. Es sind Zweige von Obstbäumen, die nach einem alten Brauch am 4. Dezember, dem Gedenktag der hl. Barbara (Barbara-Tag), geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt werden.

 

Geh zum Kirschbaum,

steh still und frag,

nach einem kleinen Zweig

für den Barbaratag.

 

In der Vase mutet er

kahl und leblos an,

doch gedeiht er langsam,

schau ihn dir täglich an.

 

In der Wärme des Hauses

wird er stattlich erblüh'n,

drei Wochen später erstrahlt er

zum sanften Kerzenglüh'n.

 

Er zeigt euch in dunkler Zeit,

ihr habet viel Glück,

dass draussen erstarrte Leben

kehrt bald zu euch zurück.

 

Diana Monson

 

Je nach Gegend und Brauchtum werden Kirsch-, Apfel-, Birken-, Haselnuss-, Rosskastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige verwendet. Vor dem Schneiden erzählt man dem Baum, was man vorhat, bittet ihn um Erlaubnis und als Dank befestigt man anschliessend eine kleine Opfergabe (zB einen Blumentopf mit Futter für die Vögel) im Baum.

 

Die geschnittenen Zweige legt man für eine Nacht in leicht lauwarmes Wasser. Das ist die Aufwachzeit für die erstarrten Zweige. Blühen die Zweige an den Festtagen, stellt das ein Zeichen dar, dass im nächsten Jahr glückliche Tage bevorstehen. Die Anzahl der Blüten lässt auf die "Fruchtbarkeit" des kommenden Jahres schliessen. Die Zweige sollen uns aber auch daran erinnern, dass die Natur nicht Tod ist, dass sie nur ruht und dass das Leben in ihr bald wiederkehrt. Die Zweige sind Hoffnung bringende Boten.

 

Teilweise war es auch Brauch, dass die jungen Mädchen jedem einzelnen Zweig den Namen eines Verehrers zuweisen. Der Zweig, der zuerst blüht, soll auf den zukünftigen Bräutigam hinweisen.

 

Der Brauch geht auf eine Überlieferung von der Heiligen Barbara zurück, nach der sie auf dem Weg in das Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängenblieb. Sie stellt den abgebrochenen Zweig in ein Gefäss mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde.

 

 

Eveline Baumgartner Meier

 

Arbeits- und Organisations-

    psychologin FH

Atemtherapeutin i.A.

Schriftpsychologin

 

Praxisadresse
Oberhus 3

6023 Rothenburg

 

Telefon
079 271 76 24

(MO, DI + DO von 9-12 Uhr)

 

Email
info@potenziale-erkennen.com

WEB
www.potenziale-erkennen.com